Meyer Werft
Deutsch-finnisches Gewerkschaftsbündnis gegründet

IG Metall Küste setzt auf offenen, konstruktiven Austausch mit Management und Eigentümerfamilie

22. August 202222. 8. 2022


Die Betriebsräte der Meyer Werften in Papenburg, Rostock und Turku (Finnland) sowie die IG Metall und die finnischen Gewerkschaften verstärken ihre Zusammenarbeit. Das haben sie bei einem Besuch einer deutschen Delegation in Finnland in der vergangenen Woche vereinbart. Gemeinsam wollen sich die Arbeitnehmervertreter für „nachhaltigen Schiffbau“ einsetzen, wie es in einer von den Betriebsratsvorsitzenden und Gewerkschaftsvertretern auf der Werft in Turku unterschriebenen Erklärung heißt.

Wichtigste Themen sind die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Werkverträge und Leiharbeit, Wettbewerbsfähigkeit, neue Produkte und die weitere Zusammenarbeit der betrieblichen Gremien. Neben einem jährlichen Treffen an einem der drei Standorte sind auch regelmäßige Videokonferenzen mit Übersetzung zwischen den Betriebsräten und Gewerkschaften vereinbart. Unterstützt wird dieses transnationale Gewerkschaftsnetzwerk vom Vorstand der IG Metall. 

„Nach ersten Besuchen schaffen wir jetzt mit der Vereinbarung ein transnationales Gewerkschaftsbündnis mit einer festen Arbeitsstruktur“, sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Der Austausch über die Standorte hinweg ist wichtig, damit die Arbeitnehmervertretungen nicht allein auf Informationen der Geschäftsführung angewiesen sind und die Situation an den anderen Standorten besser einschätzen können.“

„Die Werft in Turku mit ihrem riesigen Außendock und die Arbeitsabläufe bei der Fertigstellung der Kreuzfahrtschiffe Icon und Carnival Celebration zu sehen, war sehr interessant“, berichtetete Andreas Hensen, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Meyer Werft in Papenburg, nach der Reise. „Durch den Austausch in den vergangenen zwei Jahren ist bereits viel Vertrauen zwischen den deutschen und finnischen Kollegen entstanden. Dadurch haben wir eine gute Basis für die weitere Zusammenarbeit.“ Thomas Behrens, Betriebsratsvorsitzender der Neptun Werft in Rostock, ergänzte: „Auf der Neptunwerft bauen wir die Floating Engine Room Unit­s (FERUS) für Papenburg und Turku. Für uns ist deshalb eine enge Verbindung zwischen den Standorten wichtig. Dabei müssen auch die Mitarbeiter stärker eingebunden werden.“

Thomas Gelder, Geschäftsführer der IG Metall Leer-Papenburg und Stefan Schad, Geschäftsführer der IG Metall Rostock und Schwerin, ergänzten: „Wir setzen bei den regelmäßigen Treffen auf einen offenen, konstruktiven Austausch mit dem Management und der Eigentümerfamilie. Es ist erfreulich, dass sich diese den Fragen und der Diskussion mit den KollegInnen stellen. Das gilt es, weiter auszubauen und dafür verbindliche Strukturen zu schaffen.“ 

„In beiden Ländern gibt es die gleichen Probleme: Nach dem Personalabbau in der Corona-Krise fehlt es jetzt an Fachkräften. Auszubildende und neue Mitarbeiter zu bekommen, wird zunehmend schwieriger“, sagt Heiko Messerschmidt, für den Schiffbau zuständiger Bezirkssekretär der IG Metall Küste. Eine Idee, die in der Diskussion entstanden sei und demnächst mit der Geschäftsführung besprochen werden solle, sei der Austausch von Mitarbeitern in der Produktion zwischen den Standorten. Bewährte Verfahren könnten von einem Land ins andere übertragen werden und so die Produktivität insgesamt gesteigert werden.

Nach dem Besuch der Werft in Turku ging es für Vertreter aus Deutschland weiter in die Gewerkschaftszentrale nach Helsinki. Die Vorsitzenden Riku Aalto von der Industriegewerkschaft und Jorma Malinen von der Gewerkschaft Pro sowie der erste stellvertretende Vorsitzende Turja Lehtonen von der Industriegewerkschaft berichteten über die aktuelle Wirtschaftslage in Finnland sowie über die anstehenden Tarifverhandlungen.

Gemeinsame Erklärung der Betriebsräte der Meyer Werften in Papenburg, Rostock und Turku sowie der IG Metall Küste und der finnischen Gewerkschaften

 

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