Windenergie IG Metall Küste startet Petition gegen die Energiewendepolitik von Ministerin Reiche

IG Metall-Bezirksleiter Friedrich: „Die Pläne von Ministerin Reiche sind das völlig-falsche industriepolitische Signal“ - „Gerade in Zeiten hoher Energiepreise und fossiler Engpässe brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Strom aus erneuerbaren Energien.“

zwei Windkraftanlagen während eines Sonnenuntergangs

19. August 2026 19. August 2026


Die IG Metall Küste kritisiert die vom Bundeskabinett gebilligten und von Bundesministerin Katherina Reiche eingebrachten Änderungen zum Erneuerbare-Energien-Gesetz und zum Netzpaket. „Die größte Herausforderung ist der viel zu langsame Ausbau der Stromnetze, hier bringt der Gesetzentwurf keine Beschleunigung, im Gegenteil“, kritisiert Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Die Pläne von Ministerin Reiche sind das völlig falsche industriepolitische Signal. Gerade in Zeiten hoher Energiepreise und fossiler Engpässe brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Strom aus erneuerbaren Energien.“

Friedrich steht insbesondere den Plänen, Investoren in Windenergieanlagen zukünftig für den Netzausbau mit in Haftung zu nehmen (sog. Redispatch-Vorbehalt), kritisch gegenüber: „Das hat das Potenzial zum Fadenriss beim Windkraftausbau und setzt massiv Arbeitsplätze aufs Spiel.“

Hinzu komme, dass im Bereich der Offshore-Windenergie dringend ein investitionsförderndes Ausschreibungsdesign geschaffen werden müsse, „das auf die Realisierung von Projekten und die Stärkung heimischer Wertschöpfung mit tariflich abgesicherten Industriearbeitsplätzen ausgerichtet ist.“

Im Bündnis mit der „Aktion Wind“, einer Projektgruppe von Klimaaktivisten, startet die IG Metall Küste am heutigen Mittwoch in den Betrieben der Windindustrie ihre Petition gegen die Energiepolitik der Bundeswirtschaftsministerin. „Gemeinsam stehen wir für gute Arbeit, eine nachhaltige Zukunft und eine Energiewende, die das Soziale mitdenkt und dadurch gesellschaftliche Akzeptanz schafft“, so Friedrich.

Pawel Bechtold, Auszubildender für Mechatronik bei Siemens Gamesa und in der „Aktion Wind“ aktiv, ergänzt: „Als ich mit vielen anderen 2019 fürs Klima demonstriert habe, wurde uns gesagt, wir sollen uns lieber einen nachhaltigen Job suchen, statt zu protestieren. Jetzt arbeite ich handfest für Nachhaltigkeit und will als Gewerkschafter und Klimaaktivist durch diese Petition mit dafür sorgen, dass Klimapolitik und gute Industriearbeitsplätze nicht gegeneinander ausgespielt werden.“  

Weblink der Petition: https://www.aktionwind.de/#petition