Windenergie Branchenmonitor Windenergie - Wachstum der deutschen Windindustrie gefährdet

Steigender globaler Wettbewerbsdruck und politische Unsicherheiten gefährden das Wachstum der deutschen Windindustrie. Zu diesem Schluss kommt die Hans-Böckler-Stiftung in ihrem Branchenmonitor der Windindustrie.

Zwei Techniker reparieren das Getriebe einer Windkraftanlage

29. September 2026 29. September 2026


Die deutsche Windindustrie hat die Krisenjahre überwunden und befindet sich wieder auf Wachstumskurs. Seit 2021 sind Beschäftigung, Umsatz und Wertschöpfung deutlich gestiegen. 2025 arbeiteten rund 172.300 Menschen in der Branche, gegenüber 126.800 im Jahr 2021. Vor allem der Onshore-Bereich treibt diese Entwicklung. Gleichzeitig wächst die wirtschaftliche Bedeutung der Windenergie für Klimaschutz, Energiesicherheit und industrielle Wertschöpfung in Deutschland.

Den positiven Marktdaten stehen jedoch erhebliche Herausforderungen gegenüber. Der internationale Wettbewerb verschärft sich vor allem durch chinesische Hersteller, die mit staatlicher Unterstützung, Skalenvorteilen und niedrigen Preisen auf die europäischen Märkte drängen. Laut Betriebsrätebefragung der IG Metall Küste haben rund 60 Prozent der Betriebe bereits restrukturiert, befinden sich in Restrukturierungen oder planen entsprechende Maßnahmen. Trotz hoher aktueller Auslastung erwarten viele Betriebe sinkende Aufträge und einen weiteren Stellenabbau.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der Erfolg der Windindustrie künftig von verlässlichen politischen Rahmenbedingungen, schnelleren Genehmigungen, dem Ausbau europäischer Lieferketten sowie Investitionen in Innovation, Qualifizierung und Fachkräftesicherung abhängt. Die Autoren warnen davor, dass Europa ohne eine aktive Industriepolitik ähnliche Marktverluste erleiden könnte wie zuvor die Solarindustrie. Deshalb seien faire Wettbewerbsbedingungen, Tarifbindung, Mitbestimmung und die Stärkung heimischer Wertschöpfung entscheidend, um gute Industriearbeitsplätze langfristig zu sichern.

Branchenmonitor-Windindustrie-2026