Schiffbau
IG Metall Küste kritisiert Äußerungen von Werftchef Bernard Meyer

Bezirksleiter Friedrich: „Schiffbau muss besser statt billiger sein, um auf dem Weltmarkt bestehen zu können.“


Mit scharfer Kritik hat die IG Metall Küste auf Äußerungen von Bernard Meyer, Geschäftsführer der Papenburger Meyer Werft, reagiert, der in einem Interview am Wochenende angeblich zu hohe Löhne im Schiffbau kritisiert hatte. „Um jeden Preis die Löhne der Beschäftigten drücken zu wollen, ist keine Zukunftsstrategie, sondern eine Kampfansage an die Belegschaft“, sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Der Schiffbau in Deutschland muss besser und nicht billiger sein. Nur so werden unsere Werften und Zulieferer langfristig auf dem Weltmarkt bestehen können. Mit der rückwärtsgewandten Diskussion über die Höhe der Löhne muss endlich Schluss sein.“

Auch Thomas Gelder, Geschäftsführer der IG Metall Leer-Papenburg, äußerte Unverständnis über die Aussagen in dem Interview: „Wer Tarifverträge in Frage stellt und mit der Ausweitung von Werkverträgen weitere Stammarbeitsplätze gefährdet, muss mit Widerstand rechnen“, so der Gewerkschafter. „Die Äußerungen gefährden die Akzeptanz des Tarifvertrages, auf den wir uns in einem schwierigen Prozess mit der Geschäftsführung geeinigt hatten. Viele Beschäftigte sind empört und fragen sich, wie sicher ihre Arbeitsplätze sind und welchen Wert die Zusagen der Geschäftsführung haben.


Besser mit Tarif

Gelder machte deutlich, dass die Werft auf gute Facharbeiter wie zum Beispiel Elektriker und Schlosser nicht verzichten könne, um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben. „Den Eindruck zu erwecken, dass dies nur mit Ingenieuren und Technikern geht, ist ein Trugschluss“, so der IG Metall-Geschäftsführer. „Die Kolleginnen und Kollegen haben mit der Kurzarbeit und dem Mitarbeiterbeitrag erhebliche Beiträge geleistet, um die Krise zu überwinden. Der Flächentarifvertrag muss auch künftig für alle Beschäftigten der Meyer-Werft gelten.“

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