Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie Warnstreiks gestartet: Beschäftigte erhöhen Druck auf Arbeitgeber

Die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie im Norden sind angelaufen. Seit dem Ende der Friedenspflicht legen Beschäftigte in zahlreichen Betrieben zeitweise die Arbeit nieder. Den Auftakt machten in Hamburg die Kolleginnen und Kollegen von Speira.

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2. November 2026 2. November 2026


Pünktlich um 0:01 Uhr am Sonntag, 1. November, ging es los: Mehr als 30 Beschäftigte der Nachtschicht bei Speira in Hamburg legten für zwei Stunden die Arbeit nieder. Es war der Auftakt der Warnstreikwelle der IG Metall Küste in der laufenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie.

In der Nacht von Sonntag auf Montag folgte STILL in Hamburg. 100 Beschäftigte der Nachtschicht beteiligten sich am halbstündigen Warnstreik. In Rostock unterstützte Bezirksleiter Daniel Friedrich die Streikenden von Liebherr und EEW. Am Montagmorgen setzte die Frühschicht bei ArcelorMittal Hamburg die Warnstreiks fort: 80 Beschäftigte legten für drei Stunden die Arbeit nieder.

„Das war ein gelungener Auftakt unserer Warnstreikwelle“, sagte Friedrich. „Die Arbeitgeber lassen uns mit ihrem Minusangebot keine Wahl. Die Kolleginnen und Kollegen sorgen jeden Tag mit ihrer Arbeit dafür, dass die Produktion läuft, Aufträge abgearbeitet werden und Unternehmen erfolgreich sind. Wir weiten die Streiks so lange aus, bis die Arbeitgeber ein tragfähiges Angebot auf den Tisch legen.“

Weitere Betriebe folgen

Weitere Aktionen sind unter anderem bei Mercedes und Lear in Bremen, Waskönig+Walter und der Eisengießerei Dinklage im Raum Oldenburg, Krones in Flensburg, Philips Medical in Hamburg, ZF Airbag in Laage sowie Siemens Gamesa in Cuxhaven angekündigt.

Mit den Arbeitsniederlegungen erhöht die IG Metall den Druck auf die Arbeitgeber vor der nächsten Tarifverhandlung. Diese ist für den 6. November in Bremen angesetzt. Die IG Metall Küste verhandelt mit Nordmetall für rund 130.000 Beschäftigte in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und im nordwestlichen Niedersachsen.

Darum geht es in der Tarifrunde

Die IG Metall fordert 5 Prozent höhere Entgelte. Außerdem will sie die tarifliche Sicherung von Arbeitsplätzen, eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte in Unternehmen mit guten Geschäften sowie eine soziale Komponente für untere Entgeltgruppen, Auszubildende und Dual Studierende erreichen.

Das Miniangebot der Arbeitgeber reicht dafür nicht aus. Vorgesehen sind acht Nullmonate, anschließend eine streichbare Einmalzahlung im Juli 2027 und eine Entgelterhöhung von lediglich 1,3 Prozent ab Juli 2028.

Friedrich macht deshalb deutlich: „Die Arbeitgeber verlangen von den Beschäftigten faktisch eine Minusrunde. Das werden wir nicht akzeptieren. Deswegen sind Warnstreiks nötig, bis die Arbeitgeber ein tragfähiges Angebot auf den Tisch legen.“

 

 

Dominik Lauck

Assistenz: Cristina Wolter

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