Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie 1.000 Beschäftigte sorgen für starken Warnstreikbeginn der IG Metall Küste

290 Beschäftigte legten bei Siemens Gamesa in Cuxhaven ihre Arbeit nieder - In Mecklenburg-Vorpommern beklagen 160 Beschäftigte bei Liebherr, EEW und ZF geplante Ungleichbezahlung gegenüber dem Westen

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2. November 2026 2. November 2026


Die IG Metall Küste hat im Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie die Warnstreiks in Norddeutschland ausgeweitet. Am Montag legten bis zum Mittag etwa 1.000 Beschäftigte in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und im nordwestlichen Niedersachsen ihre Arbeit vorübergehend nieder. Den Anfang machten 100 Arbeiterinnen und Arbeiter der Nachtschicht bei STILL in Hamburg, die gegen Mitternacht für eine halbe Stunde streikten.

IG Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich besuchte in Rostock um kurz nach Mitternacht die 90 Streikenden bei Liebherr und bei EEW Special Pipe Constructions. Wie auch bei den 70 Streikenden des Automobilzulieferers ZF Airbag Germany in Laage sorgte hier vor allem für Unmut, dass die Arbeitgeber den Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern bei der geplanten Einmalzahlung im Juli kommenden Jahres 262 Euro weniger zahlen wollen als den Beschäftigten in Hamburg. „Die Menschen im Osten leisten nicht weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen im Westen“, kritisierte Friedrich. „Eine tarifliche Einmalzahlung darf deshalb nicht davon abhängen, auf welcher Seite der ehemaligen Grenze jemand arbeitet.“

Bei Siemens Gamesa in Cuxhaven legten am frühen Montagmorgen 290 Beschäftigte ihre Arbeit nieder. Mittags folgten Warnstreiks bei Waskönig+Walter in Saterland und bei der Eisengießerei Dinklage, an denen 330 Beschäftigte teilnahmen.

Im Laufe des Montags sind in Bremen Warnstreiks bei Lear und Mercedes-Benz geplant, an denen auch etliche Zuliefererbetriebe teilnehmen werden. Am Abend und in der Nacht folgen weitere Warnstreiks, darunter bei Philips Medical Systems in Hamburg und bei Krones in Flensburg.

Für Dienstag sind in Hamburg u.a. Warnstreiks bei Körber Technologies, Blohm+Voss, TKMS und Siemens Energy geplant. In Schleswig-Holstein wird bei GKN Driveline in Kiel und Jungheinrich in Norderstedt gestreikt. In Oldenburg geht es bei Waskönig+Walter in Saterland weiter. Die genaue Aufstellung finden Sie im Anhang.

Die IG Metall fordert in der Tarifrunde 5 Prozent höhere Entgelte. Darüber hinaus will sie eine Sicherung von Arbeitsplätzen, eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte in Unternehmen, die gute Geschäfte machen, sowie eine soziale Komponente für untere Entgeltgruppen, Auszubildende und Dual Studierende erreichen. Die Arbeitgeber haben dagegen acht Nullmonate, eine streichbare Einmalzahlung im Juli 2027 und lediglich 1,3 Prozent mehr Entgelt ab Juli 2028 angeboten.

Die dritte Tarifverhandlung ist für den 6. November in Bremen geplant. Die IG Metall Küste verhandelt mit Nordmetall für rund 130.000 Beschäftigte in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und im nordwestlichen Niedersachsen. Die Friedenspflicht endete am 31. Oktober 2026. Seit dem 1. November sind Warnstreiks möglich.