Tarifrunde Metall und Elektro IG Metall Küste fordert fünf Prozent mehr Entgelt in der Tarifrunde für Metall- und Elektroindustrie

Tarifkommission beschließt Forderung für die Metall- und Elektroindustrie: 5 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von 12 Monaten - Weitere zentrale Themen: Sicherung von Zukunft und Beschäftigung, eine tarifliche Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Betrieben

Forderungsbeschluss TaKo 22092026

22. September 2026 22. September 2026


In der anstehenden Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie fordert die IG Metall Küste eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen von fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Darüber hinaus will die Gewerkschaft in den Verhandlungen die Sicherung von Zukunft und Beschäftigung, eine tarifliche Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen sowie eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen und von Auszubildenden durchsetzen. Das beschloss die Tarifkommission der IG Metall Küste an diesem Dienstag (22. September).

„Wenn an der Tankstelle die Preise explodieren und der Einkauf immer teurer wird, dann brauchen die Menschen keine Debatten über Lohnzurückhaltung, sondern mehr Geld auf dem Konto“, sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste, nach dem Beschluss der Tarifkommission. „Gleichzeitig müssen wir Arbeitsplätze sichern und Perspektiven für die Zukunft schaffen. Unsere Forderung bringt daher die unterschiedlichen Situationen in den Betrieben zusammen: Mehr Geld und mehr Sicherheit.“ Besonders erfolgreiche Betriebe sollen künftig einen tariflichen Bonus zahlen. „Wir haben viel Flexibilität im Tarifsystem, aber meist nur nach unten. Das muss sich ändern. Wir brauchen auch eine Öffnung nach oben“, so Friedrich.

Die Beschäftigten hätten in den vergangenen Jahren unter hohen Lebenshaltungskosten gelitten und gleichzeitig große Beiträge zum wirtschaftlichen Erfolg vieler Unternehmen geleistet, erklärte Friedrich. Eine Entgelterhöhung stärke nicht nur die Kaufkraft der Beschäftigten, sondern auch die Binnenwirtschaft insgesamt.

„Jetzt müssen die Arbeitgeber zeigen, dass sie bereit sind, Verantwortung für ihre Beschäftigten zu übernehmen“, sagte Friedrich. „Wer gute Arbeit, Fachkräfte und industrielle Wertschöpfung sichern will, muss in die Zukunft investieren, Arbeitsplätze absichern und die Beschäftigten fair am Erfolg beteiligen.“

Besonders wichtig sei der IG Metall Küste zudem eine soziale Komponente. „Gerade Beschäftigte in den unteren Entgeltgruppen und Auszubildende spüren steigende Lebenshaltungskosten besonders deutlich“, sagte Friedrich. „Deshalb sollen diejenigen besonders profitieren, die jeden Euro dringend brauchen.“

Die wirtschaftliche Lage in der Metall- und Elektroindustrie ist derzeit sehr unterschiedlich. Während zahlreiche Unternehmen, insbesondere in Teilen der norddeutschen Industrie, gut ausgelastet sind und solide Ergebnisse erzielen, stehen andere Betriebe vor großen Herausforderungen. Vor allem in der Automobilindustrie kämpfen die Beschäftigten um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und Standorte.

Der Vorstand der IG Metall wird an diesem Mittwoch, 23. September, die Forderungen für alle Bezirke beschließen. Am Freitag, 25. September, wird die IG Metall Küste ihr Forderungspaket an den Arbeitgeberverband Nordmetall übergeben (11 Uhr, Kapstadtring 10, 22297 Hamburg). Die Verhandlungen für die 130.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie im Norden beginnen am 8. Oktober in Hamburg. Sollte in den Verhandlungen keine Einigung erzielt werden, endet am 31. Oktober die Friedenspflicht. Ab dem 1. November wären dann Warnstreiks möglich.