Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie IG Metall Küste weitet Warnstreiks aus

Bezirksleiter Friedrich: „Wir erhöhen jetzt den Druck. Die Beschäftigten zeigen sehr deutlich, dass sie sich mit dem Angebot der Arbeitgeber nicht abspeisen lassen."

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3. November 2026 3. November 2026


Die IG Metall Küste hat ihre Warnstreiks in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie ausgeweitet. Seit Montagabend legten rund 4.000 Beschäftigte ihre Arbeit nieder. Allein in Bremen nahmen mehr als 3.300 Metallerinnen und Metaller aus mehreren Schichten an den Warnstreiks bei Mercedes-Benz und Lear teil. Damit haben sich seit Sonntag nach dem Ende der Friedenspflicht knapp 5.000 Beschäftigte in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und im nordwestlichen Niedersachsen an den Aktionen beteiligt.

In Hamburg versammelten sich am Dienstagmittag mehr als 600 Beschäftigte von TKMS, Siemens Energy, Atos, Philips Medical Systems und weiterer Betriebe für mehrere Stunden zum zentralen Warnstreik bei Blohm+Voss. In der Nacht kam es u.a. zu Arbeitsniederlegungen bei GKN Driveline in Kiel, Krones in Flensburg und bei Waskönig+Walter in Saterland.

„Wir erhöhen jetzt den Druck. Die Beschäftigten zeigen sehr deutlich, dass sie sich mit dem Angebot der Arbeitgeber nicht abspeisen lassen. Acht Nullmonate, eine streichbare Einmalzahlung und anschließend gerade einmal 1,3 Prozent mehr Entgelt reichen nicht. Die Arbeitgeber müssen sich bewegen und bei der nächsten Verhandlung ein tragfähiges Angebot vorlegen“, sagt IG Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich.

Am Mittwoch sind Warnstreiks u.a. bei Airbus Aerostructures in Varel, den Mercedes-Benz-Werken in Bremen und in Hamburg, bei August Brötje Raumheizsysteme in Apen und Rastede sowie bei Stryker Trauma in Schönkirchen geplant. Bezirksleiter Friedrich wird zu den Streikenden bei STILL in Hamburg sprechen.

Die IG Metall fordert in der Tarifrunde 5 Prozent höhere Entgelte. Darüber hinaus will sie eine Sicherung von Arbeitsplätzen, eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte in Unternehmen, die gute Geschäfte machen, sowie eine soziale Komponente für untere Entgeltgruppen, Auszubildende und Dual Studierende erreichen. Die Arbeitgeber haben dagegen acht Nullmonate, eine streichbare Einmalzahlung im Juli 2027 und lediglich 1,3 Prozent mehr Entgelt ab Juli 2028 angeboten.

Die dritte Tarifverhandlung ist für den 6. November in Bremen geplant. Die IG Metall Küste verhandelt mit Nordmetall für rund 130.000 Beschäftigte in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und im nordwestlichen Niedersachsen. Die Friedenspflicht endete am 31. Oktober 2026. Seit dem 1. November sind Warnstreiks möglich.

 

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Dominik Lauck

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