Beschäftigte in der Holz- und Kunststoff-Industrie erhalten mehr Geld. Nach zwei Monaten Verhandlungen und engagierten Warnstreiks haben sich IG Metall und Arbeitgeber in Baden-Württemberg auf das bundesweit erste Ergebnis in dieser Tarifrunde geeinigt.
Konkret einigten sich die Tarifpartner darauf, dass die Monatslöhne in zwei Stufen steigen: Zum 1. Juni 2026 wurde die erste tabellenwirksame Entgelterhöhung von 2 Prozent vereinbart, zum 1. Juli 2027 eine weitere Erhöhung um 2,2 Prozent. Dazu erhalten die Beschäftigten im April 2026 eine Einmalzahlung von 300 Euro, die Krisen-Unternehmen im begründeten Fall verschieben können. Teilzeitbeschäftigte erhalten die Zahlung anteilig.
Für Auszubildende wurde eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro vereinbart. Außerdem steigen die Ausbildungsvergütungen in zwei Stufen um jeweils 30 Euro. "Dieser Abschluss in schwierigen Zeiten hat Signalwirkung auf die laufenden Verhandlungen bei uns an der Küste", erklärte Robert Peter, Verhandlungsführer bei der IG Metall Küste.
25.000 Beschäftigte an der Küste
Im nördlichen Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind mehr als 25.000 Kolleginnen und Kollegen in der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie beschäftigt. Bundesweit zählt die Branche 166.000 Beschäftigte: bei Kfz-Zulieferern und Herstellern etwa von Küchen, Caravans bis hin zu Klavieren. 38.000 Beschäftigte profitieren direkt von den Flächen-Tarifverträgen der IG Metall. Dazu kommen noch zahlreiche Betriebe mit einer mittelbaren Wirkung des Tarifvertrags, die sich mit oder ohne Haus-Tarifvertrag an den Tarifabschlüssen der Gewerkschaft orientieren.
„Mit engagierten Warnstreiks haben die Beschäftigten den Arbeitgeber-Traum einer Nullrunde für 2026 zur Nullnummer gemacht. Dieses austarierte Tarifergebnis spiegelt die Lage der Branche und der Beschäftigten wider", sagte IG Metall-Tarifvorständin Nadine Boguslawski."Der Aufschwung braucht dauerhaft steigende Entgelte. Das stärkt die Kaufkraft der Beschäftigten. Die betriebs- und gesamtwirtschaftliche Vernunft hat gesiegt.“
Bundesweit hatten 7500 Beschäftigte mit Aktionen Druck für Bewegung an den Verhandlungstischen gemacht. Die Verhandlungen in Niedersachsen werden am 22. Januar, in Hamburg am 5. Februar fortgesetzt. Im Anschluss finden zahlreiche Haustarifverhandlungen im Norden statt.