Tag der Arbeit Beschäftigte fordern Jobsicherheit und sozialen Schutz

IG Metall-Bezirksleiter Friedrich warnt vor wirtschaftlicher Unsicherheit: „Viele Menschen arbeiten hart und kommen trotzdem kaum über die Runden. Viele Menschen sorgen sich um ihre Zukunft.“

Küste Autokundgebung Hamburg Daniel Friedrich


Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ haben Beschäftigte am Tag der Arbeit in Flensburg für sichere Arbeitsplätze, faire Löhne und einen starken Sozialstaat demonstriert. Mehr als 400 Menschen beteiligten sich an einem Marsch durch die Innenstadt und der anschließenden Kundgebung am Gewerkschaftshaus, zu dem unter anderem die IG Metall und der DGB aufgerufen hatten.

„Viele Menschen arbeiten hart und kommen trotzdem kaum über die Runden. Viele Menschen sorgen sich um ihre Zukunft“, sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste, auf der Kundgebung und machte deutlich, worum es in der aktuellen Lage geht: Jobsicherheit hat Vorrang vor kurzfristigen Profiten. Viele Beschäftigte erlebten, dass wirtschaftliche Unsicherheit, Umbrüche und Stellenabbau die Sorgen in den Betrieben verstärken – während zugleich Vermögen wachsen und Gewinne steigen.

Friedrich betonte, dass Gewerkschaften gerade in Krisenzeiten entscheidend sind: „Gewerkschafterin und Gewerkschafter zu sein bedeutet, nicht wegzuschauen. Es bedeutet, Ungerechtigkeit nicht als Naturgesetz zu akzeptieren.“ Mit Blick auf die Angriffe von Arbeitgeberseite auf Beschäftigtenrechte und den Sozialstaat – etwa auf den 8-Stunden-Tag, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder das Bürgergeld – warnte er vor einer Politik „gegen die, die den Laden am Laufen halten“. In seiner Rede verteidigte Friedrich zentrale Errungenschaften der Arbeiterbewegung: „Der Acht-Stunden-Tag war einmal eine radikale Forderung. Bezahlter Urlaub war einmal eine Utopie. Mitbestimmung war einmal ein Traum. Heute sind all diese Dinge selbstverständlich – weil Menschen sich organisiert haben.“

Gleichzeitig betonte er die Bedeutung tariflicher Standards und der Mitbestimmung für wirtschaftliche Stabilität: „Tarifverträge schaffen Stabilität. Und soziale Sicherheit schafft Vertrauen. Denn eine Gesellschaft, in der Menschen ständig Angst haben müssen, ist keine starke Gesellschaft.“

Soziale Sicherheit dürfe nicht am Werkstor enden. „Eine gute Rente ist kein Luxus. Sie ist eine Frage des Respekts gegenüber der Lebensleistung von Millionen Beschäftigten“, so Friedrich. Auch Gesundheitsversorgung dürfe nicht vom Geldbeutel abhängen: „Gesundheit darf keine Ware sein.“

Für mehr Gerechtigkeit forderte er zudem, große Vermögen stärker in die Verantwortung zu nehmen: „Deswegen brauchen wir endlich eine Erbschafts- und Vermögenssteuer, die zu mehr Gerechtigkeit in unserem Land führt!“

Deutlich wurde Friedrich beim Thema Demokratie: „Was dieses Land nicht aushält, ist eine rechtsextreme Partei, die unsere Demokratie von innen angreift.“ Wenn eine Partei nachweislich rechtsextrem sei und die Verfassung bekämpfe, müsse sie „endlich verboten werden“.

Der 1. Mai sei auch ein Tag des Friedens. „Ohne Frieden gibt es keine soziale Sicherheit. Ohne Frieden gibt es keinen Wohlstand. Ohne Frieden gibt es keine Zukunft.“

Zum Abschluss rief er dazu auf, über den 1. Mai hinaus aktiv zu bleiben: „Der 1. Mai endet nie mit einer Rede. Er endet mit einer Entscheidung. Der Entscheidung, nicht wegzuschauen. Diese Welt wird gerechter, wenn Menschen aufstehen, sich organisieren und dafür kämpfen. Die Zukunft gehört uns!“