Die IG Metall Küste ist in Kiel in die Tarifverhandlungen für das Sanitär‑, Heizung‑ und Klimatechnik-Handwerk (SHK) gestartet. Für uns ist die Ausgangslage klar: Die Branche boomt, aber bei den Beschäftigten kommt zu wenig an. Die Auftragsbücher sind voll, Umsätze und Beschäftigtenzahlen sind über Jahre gestiegen. Doch die Einkommen der Kolleginnen und Kollegen haben mit dieser Entwicklung nicht Schritt gehalten.
Unsere Forderung: Stark, begründet, notwendig
Deshalb hat die Tarifkommission die Verträge gekündigt und folgende Forderungen beschlossen: Eine Erhöhung der Löhne um zwei Euro pro Stunde, der Gehälter um monatlich 320 Euro und der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro pro Monat.
Diese Forderungen basieren auf der guten wirtschaftlichen Lage, dem deutlichen Fachkräftemangel und dem Vergleich mit anderen Tarifgebieten. Klar ist auch: Die Energiewende gelingt nur mit gut ausgebildeten und anständig bezahlten Beschäftigten.
Arbeitgeber bewegen sich kaum
In der ersten Verhandlungsrunde am 18. März präsentierte die IG Metall die wirtschaftlichen Kennzahlen der Branche: Die Energiepreissteigerungen der letzten Jahre und die damit nötige klimarelevante Sanierung von Heizungsanlagen sorgten in der Branche für eine gute Auftragslage. Der Umsatz konnte in den letzten zehn Jahren um ein Drittel gesteigert werden, die Beschäftigtenzahl stieg um rund zehn Prozent.
Die Arbeitgeberseite legte danach ein unzureichendes Angebot vor, welches eine Entgelterhöhung von 2,5 % ab Mai 2026 und ein Jahr später weitere 2,5 % vorsieht – bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Azubis sollen in zwei Schritten jeweils monatlich 75 Euro mehr erhalten. Außerdem soll die unterste Lohngruppe (LG1) gestrichen werden. Ungelernte sollen künftig nur noch Mindestlohn erhalten.
Nächste Verhandlung Anfang April in Kiel
Dieses Angebot ignoriert die Realität in der Branche: Die unteren Löhne werden bereits heute vom gesetzlichen Mindestlohn überholt, und das Entgelt liegt spürbar hinter anderen Tarifgebieten zurück.
Für uns ist klar: So geht es nicht. Für eine zukunftsfähige Branche braucht es eine moderne Entgeltstruktur und einen deutlichen Schritt nach vorn. Die nächste Gesprächsrunde findet am 2. April 2026 in Kiel statt. Bis dahin gilt: Wir bleiben dran, für ein Ergebnis, das den Beschäftigten gerecht wird und die Branche für die Zukunft stärkt.