Offshore-Windenergie Offshore-Windenergie: IG Metall und BWE fordern neue Ausschreibungen

Verunsicherung wegen erwarteter Rückgabe von Offshore-Windenergieflächen, Bundesverband Windenergie und IG Metall fordern rasches Gegensteuern der Bundesregierung, Bezirksleiter Friedrich warnt vor „schwerwiegenden Folgen für Industrie und Beschäftigung“.

Windpark Sonnenuntergang


►            Verunsicherung wegen erwarteter Rückgabe von Offshore-Windenergieflächen 

►            Bundesverband Windenergie und IG Metall fordern rasches Gegensteuern der Bundesregierung 

►            Bezirksleiter Friedrich warnt vor „schwerwiegenden Folgen für Industrie und Beschäftigung“, sollten neue Ausschreibungen nicht bald erfolgen. 

Die mögliche Rückgabe bereits bezuschlagter Offshore-Windenergieflächen sorgt für Verunsicherung und offenbart strukturelle Probleme im aktuellen Ausschreibungsdesign. Der Bundesverband WindEnergie (BWE) und die IG Metall fordern ein rasches Gegensteuern der Bundesregierung. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sollte die Sommerpause nutzen, um gemeinsam mit der Branche ein neues, verlässliches Ausschreibungsdesign zu erarbeiten. Ziel muss sein, noch in diesem Jahr neue Ausschreibungen und Zuschläge zu ermöglichen. 

„Die drohenden Rückgaben von Offshore-Flächen zeigen deutlich, dass das derzeitige Modell nicht die notwendige Investitionssicherheit bietet. 2025 gab es keine Zuschläge bei Offshore-Ausschreibungen, 2026 wurden die Ausschreibungen vollständig abgesagt. Nun geraten auch bereits vergebene Projekte von 2023 und 2024 ins Wanken. Die daraus entstehenden Verzögerungen gefährden Klimaschutzziele, Versorgungssicherheit und den Industriestandort Deutschland“, erklärt BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek

Die IG Metall warnt vor „schwerwiegenden Folgen für Industrie und Beschäftigung“, sollten neue Ausschreibungen nicht bald erfolgen. Bereits heute führten Verzögerungen beim Offshore-Ausbau zu Unsicherheiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. 

„Die Bundesregierung muss jetzt schnell Klarheit schaffen und weitere Verzögerungen verhindern“, sagt Daniel Friedrich, Bezirksleiter IG Metall Küste. "Nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen können Lieferketten stabilisiert, Investitionen gesichert und hochwertige Industriearbeitsplätze erhalten werden. Deshalb braucht es zügig einen rechtssicheren Rahmen für die Übertragung der Flächen an andere Projektträger.“ Darauf habe auch der Bundesrat in seiner Entschließung zur verlässlichen Umsetzung des Offshore-Windenergieausbaus hingewiesen, so Friedrich. 

„Um eine gefährliche Delle beim Offshore-Ausbau zu verhindern, braucht es jetzt schnelles politisches Gegensteuern“, betont Heidebroek. „Die Bundesregierung sollte baldmöglichst ein Spitzengespräch einberufen und nach britischem Vorbild ein neues Ausschreibungsdesign entwickeln. Entscheidend ist, dass noch in diesem Jahr neue Ausschreibungen erfolgen. Ausbaudefizite auf See, die sich kurzfristig nicht aufholen lassen, müssen zudem durch zusätzliche Ausschreibungen für Windenergie an Land kompensiert werden.“ 

„Wenn bezuschlagte Flächen nicht realisiert werden, müssen sie rasch wieder in die Ausschreibung gelangen“, ergänzt Friedrich. „Dabei braucht es einen einwandfrei geregelten Prozess.“ Zugleich müsse verhindert werden, dass nicht realisierbare Flächen unnötig lange blockiert werden, so der Gewerkschafter.