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Arbeitgeber fordern acht Nullmonate und bieten nur 700 Euro sowie 1,3 Prozent mehr bei 26 Monaten Laufzeit
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Bezirksleiter Friedrich: „Das Angebot der Arbeitgeber verschärft die Verhandlung und erschwert eine Lösung. Bei 3,3 Prozent Inflation wäre das eine knallharte Minusrunde für die Beschäftigten.“
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Die IG Metall kündigt Warnstreiks im November an.
Die IG Metall Küste hat das Angebot der Arbeitgeber in der zweiten Tarifverhandlung für die rund 130.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie scharf zurückgewiesen. Die Arbeitgeber fordern acht Nullmonate und bieten dann erst eine Einmalzahlung von durchschnittlich 700 Euro zum 1. Juli 2027 sowie lediglich 1,3 Prozent mehr Entgelt zum 1. Juli 2028. Die Laufzeit soll bis zum 31. Dezember 2028 reichen.
„Das Angebot der Arbeitgeber verschärft die Verhandlung und erschwert eine Lösung“, sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall Küste. nach der zweiten Verhandlung in Oldenburg. „Bei einer Inflationsrate von aktuell 3,3 Prozent wäre das eine knallharte Minusrunde für die Beschäftigten. Erst sollen sie monatelang auf eine dauerhafte Entgelterhöhung warten und dann sollen 1,3 Prozent reichen. Dieser Vorschlag ist weit weg von einer Lösung.“
Auch die weiteren Bedingungen stoßen bei der IG Metall auf deutliche Kritik. Nach dem Arbeitgeberangebot soll die Einmalzahlung bei schlechter wirtschaftlicher Lage einseitig gestrichen werden können. Zugleich steht das Angebot unter dem Vorbehalt, künftig betriebliche Vereinbarungen über Beiträge der Beschäftigten zu Investitionen und Beschäftigungssicherung zu ermöglichen. Eine tarifliche Gewinnbeteiligung lehnen die Arbeitgeber weiterhin ab.
„Von den Arbeitgebern erwarten wir mehr als ein Mini-Angebot bei den Entgelten“, erklärte Friedrich. „Die Beschäftigten wollen wissen, wie es mit ihren Arbeitsplätzen und den Industriestandorten weitergeht. Sie brauchen Antworten auf die Frage, wo künftig investiert, produziert und Beschäftigung gesichert wird. Dazu fehlt von den Arbeitgebern bislang ein klares Bekenntnis zum Industriestandort Deutschland. Gerade in der aktuellen Situation wäre das notwendig.“
1.500 Metallerinnen und Metaller begleiteten die Verhandlung in Oldenburg mit einem Protestmarsch vom Schlossplatz zum Europaplatz. Auf einer Kundgebung vor dem Verhandlungshotel quittierten sie das Arbeitgeberangebot mit einem gellenden Pfeifkonzert.
„Die Arbeitgeber unterschätzen die Stimmung in den Betrieben. Die Kolleginnen und Kollegen erwarten eine vernünftige Entgeltentwicklung und Sicherheit für ihre Arbeitsplätze. Die Friedenspflicht läuft am 31. Oktober aus. Wir werden den Druck erhöhen. Die Tarifbewegung geht jetzt auf die Straße“, so Friedrich.
Warnstreiks sind ab dem 1. November möglich. Die nächste Verhandlung findet voraussichtlich am 6. November in Bremen statt.
Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem will sie die Sicherung von Zukunft und Beschäftigung, eine tarifliche Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Betrieben sowie eine soziale Komponente für untere Entgeltgruppen, Auszubildende und Dual Studierende erreichen. Die IG Metall Küste verhandelt mit dem Arbeitgeberverband Nordmetall für 130.000 Beschäftigte in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und im nordwestlichen Niedersachsen.