Tarifrunde M+E 2026 IG Metall Küste ruft nach Ablauf der Friedenspflicht zu ersten Warnstreiks auf

Auftakt eine Minute nach Ablauf der Friedenspflicht in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei Speira in Hamburg

2026_11_02Warnstreik Speira Hamburg

2. November 2026 2. November 2026


Die IG Metall Küste ruft die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie nach Ablauf der Friedenspflicht (31. Oktober, Mitternacht) zu ersten Warnstreiks auf. Den Auftakt macht in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 0:01 Uhr die Nachtschicht bei der Speira GmbH in Hamburg. Damit erhöht die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde. Anlass ist das völlig unzureichende Angebot der Arbeitgeber.

 „Die Arbeitgeber verlangen von den Beschäftigten faktisch eine Minusrunde. Das werden wir nicht akzeptieren. Deswegen sind Warnstreiks nötig, bis die Arbeitgeber ein tragfähiges Angebot auf den Tisch legen“, sagt Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Die Kolleginnen und Kollegen sorgen jeden Tag mit ihrer Arbeit dafür, dass die Produktion läuft, Aufträge abgearbeitet werden und Unternehmen erfolgreich sind. Jetzt machen sie deutlich: Wir erwarten ein faires Angebot, das Kaufkraft sichert, Beschäftigung schützt und die unterschiedlichen Situationen in den Betrieben berücksichtigt.“

Weitere Warnstreiks finden am Sonntag und am Montag statt, unter anderem bei Mercedes und Lear in Bremen, bei Still, ArcelorMittal und Philips Medical in Hamburg, bei Siemens Gamesa in Cuxhaven und bei Krones in Flensburg. In Rostock wird Bezirksleiter Friedrich in der Nacht zu Montag an den Arbeitsniederlegungen der Beschäftigten in den Nachtschichten von Liebherr (von 0:00 bis 01:00 Uhr) und EEW (von 01:30 bis 02:30 Uhr) teilnehmen. „Es ist ungeheuerlich, dass die Arbeitgeber den Beschäftigten im Osten weniger zahlen wollen als im Westen. Die vorgeschlagene Einmalzahlung soll in Mecklenburg-Vorpommern 262 Euro niedriger sein als in Hamburg“, schimpft Friedrich.

Die IG Metall fordert 5 Prozent höhere Entgelte. Sie will außerdem die tarifliche Sicherung von Arbeitsplätzen, eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte in Unternehmen, die gute Geschäfte machen, sowie eine soziale Komponente für untere Entgeltgruppen, Auszubildende und Dual Studierende erreichen. Die Arbeitgeber fordern acht Nullmonate und bieten erst danach eine streichbare Einmalzahlung im Juli 2027 sowie eine Entgelterhöhung von lediglich 1,3 Prozent ab Juli 2028 an.

Die nächste Verhandlung findet voraussichtlich am 6. November in Bremen statt. Die IG Metall Küste verhandelt mit dem Arbeitgeberverband Nordmetall für 130.000 Beschäftigte in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und im nordwestlichen Niedersachsen.

Dominik Lauck

Assistenz: Cristina Wolter

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