Tarifverhandlung Metall- und Elektroindustrie Erste Tarifverhandlung in der Metall- und Elektroindustrie ohne Annäherung vertagt

Die Tarifrunde der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie ist ohne Ergebnis gestartet. Die IG Metall hält an ihren Forderungen nach 5 Prozent mehr Entgelt sowie mehr Beschäftigungssicherheit fest. Die nächste Verhandlung findet Ende Oktober statt.

erste ME Verhandlung

8. Oktober 2026 8. Oktober 2026


  • Tarifverhandlungen für 130.000 Beschäftigte der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie ohne Annäherung vertagt
     
  • Bezirksleiter Friedrich: „Wir erwarten, dass Nordmetall in der zweiten Verhandlungsrunde konkrete Vorschläge macht, damit wir ernsthaft in die Verhandlungen einsteigen können.“
     
  • IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Weitere Themen sind die Sicherung von Zukunft und Beschäftigung, eine tarifliche Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Betrieben sowie eine soziale Komponente für untere Entgeltgruppen, Auszubildende und Dual Studierende.

 

Die Tarifverhandlungen für die rund 130.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie sind in der ersten Runde ohne Annäherung vertagt worden. Die Arbeitgeber legten zum Auftakt der Verhandlungen in Hamburg kein Angebot vor. „Unsere Forderungen liegen seit Wochen auf dem Tisch. Die Arbeitgeber kennen die Themen und die Erwartungen der Beschäftigten. Umso enttäuschender ist es, dass sie heute kein Angebot vorgelegt haben“, sagte Daniel Friedrich, Verhandlungsführer und Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Wir erwarten, dass Nordmetall in der zweiten Verhandlungsrunde konkrete Vorschläge macht, damit wir ernsthaft in die Verhandlungen einsteigen können.“

 

Die IG Metall erläuterte ihre Forderung nach einer Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Gewerkschaft verweist dabei auf die wirtschaftliche Breite der Branche, die schwindende Kaufkraft und die anhaltend hohen Lebenshaltungskosten. Die Arbeitgeber wiesen die Forderung als zu hoch zurück, ohne eigene Vorschläge zu unterbreiten.

 

Friedrich betonte, dass die Beschäftigten sowohl mehr Geld als auch mehr Sicherheit benötigen: „Die Menschen spüren die steigenden Lebenshaltungskosten jeden Tag. Gleichzeitig erleben viele Kolleginnen und Kollegen eine große Unsicherheit mit Blick auf die Zukunft ihrer Arbeitsplätze. Deshalb geht es in dieser Tarifrunde um beides: um eine faire Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg und um verlässliche Perspektiven für die Beschäftigten.“

 

Die IG Metall sei bereit, konstruktiv und zügig zu verhandeln. „Die Arbeitgeber warnen immer wieder, dem Industriestandort Deutschland laufe die Zeit davon, spielen aber selbst auf Zeit“, sagte Friedrich. „Jetzt müssen sie mit einem Angebot zeigen, dass sie Verantwortung für die Zukunft der Industrie und ihrer Beschäftigten übernehmen. Die Kolleginnen und Kollegen erwarten zu Recht Ergebnisse und keine Verzögerungstaktik.“

 

Die nächste Verhandlung findet am 27. Oktober in Oldenburg statt. Kommt es dort zu keiner Einigung, endet am 31. Oktober die Friedenspflicht. Ab dem 1. November wären dann Warnstreiks möglich.

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