Windindustrie Wir machen Wind

Auch in der Krise hat die IG Metall viel für die Beschäftigten der Branche erreicht. Mit Aktionen macht sie sich stark für den Aufbau und die Sicherung von Arbeitsplätzen und Wertschöpfung in Deutschland.

Enercon Kundgebung in Hannover - Runder Tisch

6. November 2020 6. November 2020


In Bremerhaven stehen viele, teils leere Hallen, die an die guten Jahre der Windindustrie in Deutschland erin- nern. Weserwind, Adwen, Powerblades, Senvion, … - alles Namen von Unternehmen, die es so nicht mehr gibt, die nach Insolvenzen geschlos- sen oder in Teilen von anderen übernommen worden sind. Allein in Bremerhaven gingen 3000 verloren.

Alan-Thomas Bruce, ehemaliger Betriebsratsvorsitzender des Windanlagenherstellers Powerbla- des, ist wütend auf die Bundesregierung: »Das war eine Mischung aus den zögerlichen politi- schen Entscheidungen und dieser Deckelung, die dazu geführt haben, dass man die Investoren alle verschreckt hat«, sagt er. »Insbesondere bei der zeitweise boomenden Offshore-Industrie.«

Von seinen ehemaligen Kollegen arbeiten nur noch wenige in der Windbranche, entweder im Servicebereich oder für andere Firmen wie Sie- mensGamesa, die in Cuxhaven ein Werk für Offshore-Turbinen aufgebaut haben. »Viele andere mussten die Branche wechseln, obwohl sie mit viel Herzblut für Unternehmen der Erneuerbaren Energien gearbeitet haben«, so der überzeugte Metaller.


In der Krise viel herausgeholt

Die letzten, offiziellen Zahlen zur Beschäftigung stammen von 2017 aus Studien im Auftrag der Bundesregierung: Zum Jahresende waren nur noch 135 100 Menschen in der Windenergie beschäftigt (112 100 Onshore und 23 000 Offshore). Innerhalb eines Jahres gab es einen Rückgang von 25 000 Jobs in der Branche. Nach Schätzungen der IG Metall sind seitdem weitere 10 000 bis 15 000 Arbeitsplätze verloren gegangen.

Ein heftiger Rückschlag war die Insolvenz des Windanlagenherstellers Senvion in 2019: Von den 1800 Arbeitsplätzen konnten nur 500 durch die Übernahme des Service-Geschäfts durch SiemensGamesa gerettet werden. Mehrere Entlas- sungswellen gab es in den vergangenen Jahren beim Auricher Windanlagenhersteller Enercon an Standorten in Ostfriesland und Magdeburg. In der Krise haben IG Metall und Betriebsräte viel für die Beschäftigten erreicht: Die gut ausgestatteten Trans- fergesellschaften in der Insolvenz oder bei Betriebs- schließungen waren keine Selbstverständlichkeit und mussten durchgesetzt werden.


Besser mit Tarif

Der Kostendruck ist in der gesamten Branche erheblich und wirkt sich teilweise negativ auf die Arbeitsbedingungen aus. Tariflöhne und Mitbestimmung sind längst noch kein Standard in den Unternehmen. Die IG Metall fordert deshalb Tarif- löhne als qualitative Kriterien bei Ausschreibungen miteinzubeziehen. In der aktuellen Branchenbefragung wird dieses Anliegen von fast 90 Prozent der Betriebsräte unterstützt. Ein weiteres Kriterium für Ausschreibungen sollte der Anteil an regiona- ler Wertschöpfung sein: Unternehmen, die mit guten, tariflich geregelten Arbeitsbedingungen Windanlagen in Deutschland herstellen, aufbauen oder betreiben, sollten bei der Vergabe Vorrang haben.

Die Einschätzung zur künftigen Marktentwicklung der Windbranche in Deutschland ist bei den von der IG Metall befragten Betriebsräten weiterhin negativ - allerdings für Offshore deutlich weniger pessimistisch als bei Onshore. So wird die Aufhebung des Offshore-Deckels von fast 70 Prozent der Befragten als ein positives Signal gesehen.

Geplant ist die Anhebung des Ausbauziels für Windenergie auf See von 15 auf 20 Gigawatt bis 2030 sowie auf 40 Gigawatt bis zum Jahr 2040. Die IG Metall sieht darin einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der Erneuerbaren Energien. Nur so lässt sich das Ziel von 65 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen bis 2030 erreichen.

Das Anheben des Offshore-Deckels entspricht langjährigen Forderungen aus der Branche und den norddeutschen Bundesländern, die unter anderem in den Cuxhavener Appellen von der IG Metall unterstützt worden sind. Mit vielen Aktio- nen hat auch die Gewerkschaft dazu beigetragen, dass wieder ein stärkerer Ausbau der Windkraft möglich ist. Der IG Metall geht es dabei insbesondere um die industriepolitische Perspektive, also die Sicherung und den Aufbau von Beschäftigung und Wertschöpfung in Deutschland. Dafür wirbt die IG Metall gemeinsam mit den Betriebsräten im Netzwerk Windindustrie, das der Bezirk Küste gemeinsam mit dem Vorstand der IG Metall organisiert. Das Motto: “Wir machen Wind - für die Arbeits- und Ausbildungsplätze“.

Neu auf kueste.igmetall.de
Küste Autokundgebung Hamburg Daniel Friedrich

Beschäftigte fordern Jobsicherheit und sozialen Schutz

IG Metall-Bezirksleiter Friedrich warnt vor wirtschaftlicher Unsicherheit: „Viele Menschen arbeiten hart und kommen trotzdem kaum über die Runden. Viele Menschen sorgen sich um ihre Zukunft.“

Schiffbau

Positionspapier der IG Metall Küste und Landesregierung Niedersachsen

Anlässlich der Nationalen Maritimen Konferenz in Emden (29./30.4.) haben die IG Metall Küste und Niedersachsens Landesregierung Vorschläge vorgelegt, wie die maritime Industrie in Deutschland und der Ausbau der Offshore-Windkraft gestärkt werden können.

Vestas Kundgebung Windgipfel Berlin

Gemeinsam stark am 1. Mai in Flensburg

Der 1. Mai ist unser Tag. In Flensburg gehen wir gemeinsam auf die Straße – für Solidarität, gute Arbeit und eine gerechte Zukunft.

Ein Auszubildender zum Gas-Wasser Installateur bekommt von seinem Meister etwas erklärt.

Tarifabschluss im SHK-Handwerk Schleswig-Holstein

Lohnsteigerung in zwei Stufen: 2,9 Prozent mehr ab Mai 2026 und weitere 3,2 Prozent mehr ein Jahr später - Gehälter steigen um zwei Stufen: 115 Euro mehr ab Mai 2026 und weitere 75 Euro ein Jahr später

IG Metall, Mainforum, Gebäude, Fahnen

Mehr Geld in der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie in Hamburg, Niedersachsen und Bremen

Die IG Metall Küste hat sich mit den Arbeitgebern für die Beschäftigten der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie in Hamburg sowie in Niedersachsen und Bremen auf ein deutliches Entgeltplus geeinigt.

2023_Daniel_Friedrich_Interview_Metallzeitung

Bezirksleiter Friedrich: Entlastungen hätten zielgerichteter sein können

Die Bundesregierung hat Beschlüsse zur Abfederung der hohen Energiepreise vorgelegt. Das Maßnahmenpaket kommentiert Daniel Friedrich, Bezirksleiter IG Metall Küste.

IG Metall, Mainforum, Gebäude, Fahnen

Betriebsräte warnen: Hohe Energiepreise gefährden Wettbewerbsfähigkeit – Regierung gefordert

65 Prozent der norddeutschen Industriebetriebe bewerten ihre wirtschaftliche Lage als gut bzw. sehr gut - IG Metall-Bezirksleiter Friedrich warnt: „Ohne klare politische Weichenstellungen droht ein schleichender Verlust an Substanz.“

Techniker wartet eine Heizungsanlage

SHK-Tarifrunde 2026 in Schleswig-Holstein: Jetzt muss mehr passieren

Die IG Metall Küste ist in Kiel in die Tarifverhandlungen für das Sanitär , Heizungs und Klimatechnik-Handwerk (SHK) gestartet. Für uns ist die Ausgangslage klar: Die Branche boomt, aber bei den Beschäftigten kommt zu wenig an.

mehrere Windkraftanlagen bei gutem Wetter auf grüner Wiese

IG Metall Küste begrüßt Klimaschutzprogramm und fordert Investitionen in heimische Arbeitsplätze

Die IG Metall Küste hat das vom Bundeskabinett beschlossene Klimaschutzprogramm begrüßt. Die Gewerkschaft fordert die Stärkung der Offshore-Windkraft und dass die Aufträge für den Ausbau der Windindustrie an deutsche Firmen vergeben werden.

Schiffbau

VSM und IG Metall Küste fordern entschlossenen Aktionsplan für maritime Industrie

Die maritime Industrie in Deutschland steht vor erheblichen Wachstumschancen – benötigt dafür jedoch klare politische Prioritäten und verlässliche Rahmenbedingungen. Das betonten der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) und die IG Metall Küste

Schiffbau

Erstmalig Europäische Maritime Industriestrategie

Die Europäische Kommission hat diese Woche industriepolitische Maßnahmen zur Stärkung des Schiffbaus in Europa präsentiert. Die IG Metall begrüßt diese Strategie, die die Realität eines unfairen globalen Wettbewerbs anerkennt und wichtige Impulse für europäische und deutsche Wertschöpfung setzt.

zwei Windkraftanlagen während eines Sonnenuntergangs

Betriebsräte aus der Windindustrie kritisieren Energiepläne von Bundeswirtschaftsministerin Reiche

Die IG Metall Küste und die Betriebsräte aus der gesamten Windenergiebranche kritisieren die aktuellen Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Reiche, die diese Woche vorgestellt wurden, in einer gemeinsamen Erklärung:

Ein junger Mann steht bei einer Menschenmenge.
Mitglied werden
Gemeinsam stark

Wer in einem Betrieb mit Tarifvertrag arbeitet, verdient nicht nur mehr, sondern ist auch in der Krise besser abgesichert. Aber: Tarifverträge fallen nicht vom Himmel – sie müssen erkämpft werden. Dabei gilt die alte Faustregel: Je mehr aktiv mitmachen und die IG Metall unterstützen, desto größer die Chance, einen guten Tarifvertrag durchzusetzen.

20181023_deutschland_geschaeftsstellen_bezirke_002.jpg
IG Metall vor Ort
Beratung, Service, Hilfe

Noch Fragen? Informiere Dich bei Deiner zuständigen IG Metall Geschäftsstelle.