Bundestagswahl Unsere starken Stimmen für Berlin!

Zwei Kollegen aus dem Bezirk Küste kandidieren für den Bundestag und machen damit klar: Auch in der Politik wollen Betriebsräte mitbestimmen. Wir stellen sie vor - und ihre Motivation. Zweiter in der Runde ist Bengt Bergt, Betriebsrat bei Nordex in Norderstedt und Bundestagskandidat für die SPD.

Auf einem Wahlzettel wird ein Kreuzchen gesetzt

15. September 2021 15. September 2021


Bengt Bergt
Partei: SPD

Direktkandidat für den Wahlkreis Segeberg/Stormarn-Mitte

Seit 2018 Betriebsrat bei Nordex in Norderstedt

Kontakt:
E-Mail: info@bengtbergt.de
facebook.com/bengt.bergt2021/
Instagram: @bengt_bergt
bengt-bergt.de

Warum bist du aktiv in der Politik?

Weil ich im betrieblichen Umfeld gemerkt habe, dass ich nicht alle Räder drehen kann, die ich drehen will. Die Musik spielt in Berlin. Darum muss ich da hin.

Wie verbindet sich deine Arbeit als Betriebsrat mit deinem politischen Engagement?

Betriebsräte machen Firmenpolitik und gerade wenn man nicht tariflich gebunden unterwegs ist, geht es ganz stark um Mehrheiten schaffen, klar und offen kommunizieren und transparentes Handeln. Ich weiß, wie man Mehrheiten schafft und Menschen mitnimmt. Das hilft. Die ein oder andere blutige Nase (metaphorisch) hilft auch, um nicht abzuheben.

Wie bist du Kandidat für die Bundestagswahl geworden?

Ich habe kandidiert, überzeugt, und habe mich gegen vier Konkurent*innen durchgesetzt. Ich denke, dass mein starkes Profil (Betriebsratsvorsitzender, Windkraft, Industrie, IG Metaller, Veganer, Sportler, unter 40) durchaus zieht.

Was willst du als Abgeordneter für die Beschäftigten erreichen?

Flächendeckende Tarife, konsequentere Mitbestimmung auch für Personengesellschaften, Mindestlohn und gute Renten

Was machst du als Ausgleich zur „stressigen“ politischen Arbeit und deiner Arbeit als Betriebsrat?

Ich spiele Schlagzeug bei der Punk-Metal Band "Calling Annabelle". Darüber hinaus betreibe ich Kraftsport und bin gern mit Freunden unterwegs

Was rätst du Neulingen, die in die Politik gehen wollen?

Keine Ahnung - bin ja selber einer. Am besten: einfach machen. In der SPD und mit der Gewerkschaft bist du nie allein. Du hast ein starkes Netzwerk, was dir weiterhilft, wenn du nicht mehr weiter weißt.

Friedrich-Bernd Albers 

Partei: Die Linke

Direktkandidat für den Wahlkreis Emden-Aurich

Seit 2017 Betriebsrat bei VW in Emden

Kontakt:
E-Mail: friedrich.albers@web.de
facebook.com/friedrich.albers
Instagram: @friedrich_albers
dielinke-emden.de

Warum bist du aktiv in der Politik?

Ich war schon immer politisch interessiert, habe aber immer damit gezögert in eine Partei einzutreten. Schließlich nach der Bildung der x-ten großen Koalition bin ich in DIE LINKE eingetreten.

Ich bin aktiv, weil ich die bestehende Politik ändern möchte und damit die Lebensbedingungen vieler Menschen verbessern möchte.

Niemand muss in einem solch reichen Land arm sein!

Wie verbindet sich deine Arbeit als Betriebsrat mit deinem politischen Engagement?

Als Betriebsrat und vorher auch als Vertrauenskörper der IG Metall wurde und wird mir jeden Tag die Auswirkungen der politischen Entscheidungen der letzten Jahrzehnte vor Augen geführt. Die drei Geißeln der abhängig Beschäftigten, Leiharbeit, Werkverträge und die sachgrundlose Befristung, sorgen nicht nur für prekäre Beschäftigung, sondern schwächen auch die Gewerkschafts- und Betriebsratsarbeit im Betrieb.

Wie bist du Kandidat für die Bundestagswahl geworden?

Nach meinem Parteieintritt habe ich lange Zeit mit diesem Gedanken gespielt. Es waren viele lange Gespräche vor allem mit meiner Frau nötig, um den Gedanken schließlich in Aktion zu wandeln.

Zu guter Letzt bin ich von den Kreisverbänden Aurich, Norden und Emden nominiert worden!

Was willst du als Abgeordneter für die Beschäftigten erreichen?

Ich will zusammen mit anderen Abgeordneten und Parteien erreichen, dass alle Menschen ein Leben in Würde bestreiten können. Das sie nicht Angst haben müssen, sozial abgehängt zu werden, dass sie nicht tagtäglich Angst haben müssen, Ihren befristeten Arbeitsplatz zu verlieren, dass sie nicht Angst haben müssen, nach jahrzehntelanger Arbeit in Altersarmut zu landen.

Diese Ängste müssen den Menschen genommen werden, um den bevorstehenden ökologischen Wandel zu gestalten. Dazu müssen die Arbeitnehmerrechte gestärkt, sprich vor allem die betriebliche Mitbestimmung ausgeweitet werden. Natürlich muss der Sozialstaat ausgebaut und gestärkt werden, denn gerade in der Corona Krise hat sich der Sozialstaat als Rückhalt für viele Menschen bewiesen. Eine armutsfeste Altersversorgung liegt mir besonders am Herzen, natürlich mit der gesetzlichen Rente als Hauptbestandteil!

Was machst du als Ausgleich zur „stressigen“ politischen Arbeit und deiner Arbeit als Betriebsrat?

Der Besuch von Konzerten und Festivals mit meinen Freunden dient dem Stressabbau. Auch wenn ich aus meiner Plattensammlung eine schwarze Scheibe auf den Plattenteller lege, entspanne ich mich.

Aber auch Fahrradtouren mit meiner Frau, ein gutes Buch oder ein gutes Essen lassen mich entspannen.

Was rätst du Neulingen, die in die Politik gehen wollen?

Politik zu machen und zu betreiben, ist nicht immer einfach. Man muss eine Menge Geduld, Toleranz und ein gehöriges Maß an Kompromissbereitschaft mitbringen.

Für mich ist ein ganz wichtiger Aspekt, sich mit guten Freunden, Kollegen oder Bekannten politisch zu engagieren.

So kann Politik richtig Spaß machen. Und nicht den Kopf hängen lassen bei Niederlagen!

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