Umfrage unter Betriebsräten IG Metall Küste sieht Schiffbau in der Substanz gefährdet

Die Werften an der Küste verlieren innerhalb eines Jahres rund 2600 Arbeitsplätze - damit ist der bisher niedrigste Wert erreicht. Das geht aus der 32. Schiffbau-Umfrage hervor.

Schiffbau Pella Sietas Werft in Hamburg

9. September 2022 9. September 2022


Die IG Metall Küste sieht den Schiffbau in Deutschland in seiner Substanz gefährdet. Innerhalb eines Jahres sind weitere 2600 Arbeitsplätze auf den Werften verloren gegangen. Mit 14.027 Beschäftigten ist der bisher niedrigste Wert erreicht worden. Besonders betroffen ist Mecklenburg-Vorpommern, wo sich durch die Insolvenz der MV Werften die Zahl der Beschäftigten im Schiffbau innerhalb eines Jahres halbiert hat. Das geht aus der 32. Schiffbau-Umfrage hervor, für die die Agentur für Struktur- und Personalentwicklung (AgS) im Auftrag der IG Metall Küste Betriebsräte von 42 Werften befragt hat.

„Diese Abwärtsspirale müssen wir so schnell wie möglich stoppen, sonst fehlt uns die Basis einer funktionierenden Wertschöpfungskette“, sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Deutschland und Europa müssen sich ihre Zukunftsfähigkeit in einer globalen Wirtschaft erhalten. Dazu brauchen wir Werften und Zulieferer, die durch den Bau von Frachtschiffen und Fähren wirtschaftliche Unabhängigkeit sichern und durch den Bau von Spezialschiffen und Plattformen für die Offshore-Industrie einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung leisten.“

Von den Unternehmen fordert die Gewerkschaft, wieder stärker auf eigene Beschäftigte statt auf immer mehr Werkverträge zu setzen. „Die Werften müssen langfristig in das Personal investieren. Der weitere Rückgang an Ausbildungsplätzen ist ein schlechtes Zeichen“, so der Gewerkschafter. „Die Unternehmen können selbst mehr gegen den Fachkräftemangel tun.“

Gemeinsam mit Arbeitgebern und Politik müsse weiter an Brücken gebaut werden, um Beschäftigung etwa für die Werften in Mecklenburg-Vorpommern zu erhalten. „Transfergesellschaften sowie Kurzarbeit und Qualifizierungen helfen Know-how sowie gute, tarifliche Arbeit zu sichern“, erklärte Friedrich.

Von der Bundesregierung erwartet die IG Metall Küste, dass die angekündigten Aufträge für Forschungs- oder Marineschiffe möglichst schnell für Arbeit auf den Werften sorgen. „Die Beschaffungsämter dürfen sich nicht im Vergabedschungel verirren, und sie müssen Antworten auf die hohe Inflation finden, die nicht allein zu Lasten der Auftragnehmer gehen darf.“

Für die Beschäftigten will die IG Metall in der anstehenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie einen fairen Ausgleich durchsetzen. „Unsere Forderung nach acht Prozent mehr Geld passt auch für die meisten Schiffbauer, die etwa wie Lürssen oder thyssenkrupp Marine Systems mit Marine- oder Yachtaufträgen gut dastehen“, sagte der IG Metall-Bezirksleiter. „Wo es Schwierigkeiten geben sollte, finden wir gemeinsame tarifliche Lösungen.“

Schiffbauumfrage 2022 als pdf

Neu auf kueste.igmetall.de
20261102_Warnstreik_Speira

IG Metall Küste weitet Warnstreiks aus

Bezirksleiter Friedrich: „Wir erhöhen jetzt den Druck. Die Beschäftigten zeigen sehr deutlich, dass sie sich mit dem Angebot der Arbeitgeber nicht abspeisen lassen."

Auszubildende sägt an einer Kreissäge ein Holzbrett zurecht.

Zukunft sichern, Ausbildung stärken, Entgelte weiter angleichen

Die Zukunft der Branche entscheidet sich nicht über niedrige Löhne, sondern über die Fähigkeit, Fachkräfte zu gewinnen, auszubilden und dauerhaft zu halten. Im ostdeutschen Tischlerhandwerk arbeiten derzeit rund 32.000 Beschäftigte in mehr als 6.000 Betrieben.

2026_11_02_Warnstreik_Siemens_Gamesa

1.000 Beschäftigte sorgen für starken Warnstreikbeginn der IG Metall Küste

290 Beschäftigte legten bei Siemens Gamesa in Cuxhaven ihre Arbeit nieder - In Mecklenburg-Vorpommern beklagen 160 Beschäftigte bei Liebherr, EEW und ZF geplante Ungleichbezahlung gegenüber dem Westen

2026_11_01_Warnstreik Speira_2

Warnstreiks gestartet: Beschäftigte erhöhen Druck auf Arbeitgeber

Die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie im Norden sind angelaufen. Seit dem Ende der Friedenspflicht legen Beschäftigte in zahlreichen Betrieben zeitweise die Arbeit nieder. Den Auftakt machten in Hamburg die Kolleginnen und Kollegen von Speira.

2026_11_02Warnstreik Speira Hamburg

IG Metall Küste ruft nach Ablauf der Friedenspflicht zu ersten Warnstreiks auf

Auftakt eine Minute nach Ablauf der Friedenspflicht in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei Speira in Hamburg

2. Verhandlung Oldenburg M+E 2026

IG Metall Küste weist Arbeitgeberangebot zurück: Das wäre eine knallharte Minusrunde

Die IG Metall Küste hat das Angebot der Arbeitgeber in der zweiten Tarifverhandlung für die rund 130.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie scharf zurückgewiesen.

GET NORD 24 Eingang Mitte

Die IG Metall auf der GET NORD: Ticket sichern, vorbeikommen und Vorteile mitnehmen!

Vom 19. bis 21. November 2026 trifft sich das Handwerk der Elektro-, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik auf der GET Nord in den Hamburger Messehallen.

Eine Tischkreissäge in der Tischlerei 'derBlaue' von Jörg Wolter-Sube

IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld im Tischlerhandwerk Nordwest

Tarifverhandlungen für 85.000 Beschäftigte in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen starten im November - 200 Euro mehr für Auszubildende gefordert

Eine für die Streikleitung angemietete Barkasse im Kieler Hafen beim Streik um die Lohnfortzahlung

Streik für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: ein Meilenstein der Sozialgeschichte

Am 24. Oktober 1956 begann in Schleswig-Holstein der längste Streik in der Geschichte der IG Metall. Ziel des Arbeitskampfes war die Gleichstellung von Arbeitern und Ange-stellten bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

erste ME Verhandlung

Erste Tarifverhandlung in der Metall- und Elektroindustrie ohne Annäherung vertagt

Die Tarifrunde der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie ist ohne Ergebnis gestartet. Die IG Metall hält an ihren Forderungen nach 5 Prozent mehr Entgelt sowie mehr Beschäftigungssicherheit fest. Die nächste Verhandlung findet Ende Oktober statt.

Zwei Techniker reparieren das Getriebe einer Windkraftanlage

Branchenmonitor Windenergie - Wachstum der deutschen Windindustrie gefährdet

Steigender globaler Wettbewerbsdruck und politische Unsicherheiten gefährden das Wachstum der deutschen Windindustrie. Zu diesem Schluss kommt die Hans-Böckler-Stiftung in ihrem Branchenmonitor der Windindustrie.

Aktion Wind WindEnergy

IG Metall Küste und Aktion Wind protestieren gegen geplante Verschlechterungen beim Windkraftausbau

Die IG Metall Küste und die Beschäftigteninitiative Aktion Wind haben heute (Donnerstag, 24. September) gemeinsam mit dem Bundesverband WindEnergie (BWE) gegen die geplante EEG-Novelle und das Netzpaket der Bundesregierung protestiert

Ein junger Mann steht bei einer Menschenmenge.
Mitglied werden
Gemeinsam stark

Wer in einem Betrieb mit Tarifvertrag arbeitet, verdient nicht nur mehr, sondern ist auch in der Krise besser abgesichert. Aber: Tarifverträge fallen nicht vom Himmel – sie müssen erkämpft werden. Dabei gilt die alte Faustregel: Je mehr aktiv mitmachen und die IG Metall unterstützen, desto größer die Chance, einen guten Tarifvertrag durchzusetzen.

20181023_deutschland_geschaeftsstellen_bezirke_002.jpg
IG Metall vor Ort
Beratung, Service, Hilfe

Noch Fragen? Informiere Dich bei Deiner zuständigen IG Metall Geschäftsstelle.