Höhere Abfindung und Standortgarantie IG Metall erzielt wichtige Fortschritte in Verhandlungen mit GKN Driveline

Für die Beschäftigten in Mosel setzte die IG Metall höhere Abfindungen durch. Zudem erreichte sie Standortgarantien für Offenbach, Trier und Kiel bis Ende 2028.

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11. November 2022 2. März 2022


Dies ist der Stand nach 30-stündigen Verhandlungen in Offenbach über einen Sozialtarifvertrag für Mosel sowie einen Rahmen-Zukunftstarifvertrag für Offenbach, Trier und Kiel. Der Streik in Mosel ist zunächst ausgesetzt. Am Donnerstag und Freitag werden die IG Metall-Mitglieder im GKN-Werk Mosel in einer Urabstimmung über die Annahme des Sozialtarifvertrages entscheiden.

Irene Schulz, IG Metall-Bezirksleiterin Berlin, Brandenburg, Sachsen: „Nun entscheiden die Mitglieder im Betrieb. Mit ihrem kraftvollen Streik, ihrer Entschlossenheit und ihrer Solidarität haben die Beschäftigten in Mosel die GKN-Geschäftsführung in entscheidenden Punkten zum Einlenken bewegt. Dieser starke Arbeitskampf ist die Grundlage für wichtige Fortschritte in den Verhandlungen. Der Arbeitgeber ist nun zu einer sozialen Absicherung der Beschäftigten bereit, die einen Fall ins Bodenlose verhindern kann. Oberste Priorität bleibt für die IG Metall weiter der Kampf für den Erhalt des Standortes Mosel und der Arbeitsplätze.“

Die Arbeitsniederlegungen der GKN-Beschäftigten haben gewirkt, betont Jörg Köhlinger, Leiter der IG Metall Mitte: „Der Zukunftstarifvertrag bietet für die GKN-Standorte in Offenbach, Trier und Kiel eine gute Basis, um die Transformation nachhaltig zu gestalten. Bis Anfang 2029 sind alle drei Standorte sicher. Das heißt aber auch, dass die Investitions- und Produktzusagen nun konkret erarbeitet werden müssen, um die Wettbewerbsfähigkeit aller drei Standorte sicherzustellen. Qualifizierungsbedarfe und Qualifizierungsmaßnahmen sind zu identifizieren und umzusetzen. Wir haben ein Geländer, das genutzt werden muss. Sollten die Beschäftigten dem vorliegenden Verhandlungsstand am Donnerstag zustimmen, werden wir mit der Ausgestaltung beginnen. Falls das Unternehmen die notwendigen Veränderungen verschleppen sollte, kann ich nur davor warnen. Die Belegschaft bleibt wachsam und streikbereit.“

„Gemeinsames Handeln und geschlossene Solidarität hat gezeigt, wir können die Zukunft mitgestalten und soziale Härten deutlich abfedern,“ so Stephanie Schmoliner, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Kiel-Neumünster. „In vielzähligen Infoveranstaltungen haben wir die Kolleg:innen in Kiel über die Situationen informiert, Solidarität mit den Kolleg:innen aus Mosel gezeigt, aber auch ein weiteres Zeichen für die Zukunft gesetzt. Bereits 2019 haben wir einen Zukunftsprozess von Betriebsrat und IG Metall angestoßen, der von der Geschäftsführung nicht weiter verfolgt wurde. Jetzt haben wir an den Standorten Kiel, Offenbach und Trier eine vertragliche Zusicherung, dass wir gemeinsam die Zukunft gestalten werden.“

Die Ergebnisse im Überblick

Sozialtarifvertrag für Mosel: Über diesen Verhandlungsstand werden die IG Metall-Mitglieder am Donnerstag und Freitag in einer Urabstimmung während der Arbeitszeit entscheiden: Die Beschäftigten erhalten bei einer Kündigung eine Abfindung von mindestens 1,5 Monatsgehältern (brutto) je Jahr Betriebszugehörigkeit. Die Mindestabfindung beträgt 17.500 Euro. Für jedes unterhaltsberichtige Kind gibt es zusätzlich 5.000 Euro. Für Behinderte ab einem Grad von 30 sind Aufschläge vorgesehen. GKN Driveline stattet einen Solidarfonds mit 2,5 Millionen Euro brutto aus, um eine Zusatzzahlung für IG Metall-Mitglieder zu finanzieren. Das Unternehmen finanziert zudem eine Transfergesellschaft, in der Beschäftigte bis zu zwölf Monaten unterkommen können.

Rahmen-Zukunftstarifvertrag für Offenbach, Kiel und Trier: GKN gibt für die drei Werke eine Standortgarantie bis mindestens Ende 2028 ab. Beide Seiten verpflichten sich, auf Basis des Rahmen-Tarifvertrages rasch Verhandlungen über Zukunftstarifverträge für die einzelnen Standorte aufzunehmen.

Zum Hintergrund: Der Autozulieferer GKN produziert in Deutschland an den Standorten Offenbach (rund 1400 Beschäftigte), Zwickau-Mosel (835 Beschäftigte) und Kiel (250 Beschäftigte). Zusätzlich betreibt das Unternehmen in Trier eine Schmiede (150 Beschäftigte). Das Werk in Kaiserslautern wurde bereits 2018 geschlossen. Im Januar erklärte die Geschäftsführung, das Werk in Mosel schließen und Arbeitsplätzen an weiteren Standorten abbauen zu wollen. Am Montag traten die Beschäftigten in Mosel in einen Streik, um einen angemessenen Sozialtarifvertrag durchzusetzen. Mit einer Demonstration in Offenbach am Dienstag parallel zu den Verhandlungen erhöhten die Beschäftigten den Druck auf die Geschäftsführung.

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