MV Werften Bilanz der Transfergesellschaften in Mecklenburg-Vorpommern

Ziel ist es, für alle Beschäftigten eine neue Perspektive zu schaffen. Agentur für Struktur- und Personalentwicklung, Landesregierung, Arbeitsagentur, IG Metall und Insolvenzverwalter haben über den Stand der Umsetzung informiert. Die Bilanz ist positiv.

Fachgespräch „Offshore Wind & Werften“

7. März 2023 7. März 2023


Insgesamt sind 2.363 ehemalige Arbeitnehmer*innen der MV Werften Rostock, Stralsund und Wismar sowie der MV Werften Fertigmodule zwischen dem 01.08.2021 und dem 01.02.2023 in die Transfergesellschaft Küste mbH - Betriebsstätte MV WERFTEN bzw. die Transfergesellschaft Küste mbH - Betriebsstätte MV WERFTEN Fertigmodule gewechselt. „Im Ergebnis haben bis heute rund 70 Prozent der Arbeitnehmer*innen eine neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen, eine Arbeitsplatzzusage erhalten, ein Existenzgründungsvorhaben realisiert oder eine Umschulungsmaßnahme begonnen“, so Oliver Fieber, Geschäftsführer der Agentur für Struktur- und Personalentwicklung (AgS), die mit der Umsetzung der Transfergesellschaften beauftragt worden war.

An der heutigen Pressekonferenz zum aktuellen Umsetzungsstand der Transfergesellschaften in Schwerin nahmen auch Jochen Schulte, Staatssekretär für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Markus Biercher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall im Bezirk Küste und Dr. Christoph Morgen, Insolvenzverwalter der MV Werften Gruppe teil.


Fachkräfte in der Region halten

„Ziel der Transfergesellschaften war und ist es, alle Arbeitnehmer*innen dabei zu unterstützen, sich eine neue berufliche Perspektive zu erschließen. Zu diesem Zweck wurden umfangreiche Maßnahmen der Vermittlungsunterstützung, wie z.B. Bewerbungstrainings und -coachings sowie social-media-Seminare und Maßnahmen der beruflichen Qualifizierung, wie z.B. verschiedene Schweißkurse und SAP-Schulungen umgesetzt. Erfreulich ist dabei, dass die Arbeit der Transfergesellschaften und die Unterstützungsmaßnahmen von den Teilnehmer*innen als sehr gut bewertet worden sind“, berichtet Oliver Fieber.

Staatssekretär Jochen Schulte führte in dem Zusammenhang zudem aus: „Die maritime Industrie in Deutschland und insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern steht vor einem Strukturwandel. Vor allem die Werften können künftig einen zentralen Beitrag zur deutschen Energiewende, für die Nutzung der Offshore-Windenergie, bei innovativen Antriebstechnologien und nachhaltigen Klimaschutz leisten. Dafür brauchen wir gut qualifizierte und motivierte Fachkräfte. Die Transfergesellschaften haben im engen Schulterschluss mit der Bundesagentur für Arbeit einen aktiven Beitrag zum Erhalt des Fachkräftepotentials in Mecklenburg-Vorpommern geleistet“.


Gute Arbeit mit Tarifverträgen

IG Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich ergänzte: „Die Transfergesellschaften waren ein wichtiger Teil der Brücke in neue Beschäftigung auf den Werften und in der Industrie im Land. Wir sind froh, dass viele Kolleg*innen über diesen Weg in neue Arbeit gekommen sind und ihnen dadurch Arbeitslosigkeit erspart geblieben ist. Allerdings hatten wir gehofft, dass an den Standorten der ehemaligen MV Werften mehr und schneller neue Arbeitsplätze entstehen. Uns geht es weiter darum, gute Arbeit mit Tarifverträgen im Land zu sichern. Daran müssen sich die Aktivitäten von thyssenkrupp Marine Systems (tkMS) und der Meyer Werft in Wismar, die Zukunft des südlichen Werftstandortes in Warnemünde und der maritime Industriepark in Stralsund messen lassen.“

Markus Biercher, Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, betonte in seinem Statement: „Bei dem gemeinsamen Ziel, neue berufliche Perspektiven für die betroffenen Beschäftigten zu eröffnen, haben wir mit allen Partnern vertrauensvoll zusammengearbeitet. Dabei wurden von uns nicht nur erhebliche Mittel - ich möchte hier nur das Transfer-Kurzarbeitergeld nennen - schnell und reibungslos ausgezahlt, sondern wir konnten zugleich den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern über unsere Online-Angebote früher unumgängliche Wege in die regionalen Arbeitsagenturen ersparen.“ Darüber hinaus erläuterte Biercher, dass für die knapp 600 Arbeitnehmer*innen, die im Februar 2023 in den Arbeitslosengeld-I-Bezug gewechselt sind, weitere Qualifizierungs- und Unterstützungsangebote bereitstehen, die an die Aktivitäten der Transfergesellschaften anknüpfen.

Im Hinblick auf die Finanzierung der Transfergesellschaften stellten alle Beteiligten heraus, dass diese im Wesentlichen durch das Transferkurzarbeitergeld der Bundesagentur für Arbeit, die Mittel der Insolvenzverwaltung, die auf Grundlage des IG Metall-Sozialtarifvertrags bereitgestellt wurden und die Zuwendungen des Landes für die individuellen Vertragsverlängerungen ermöglicht werden konnte. In diesem Zusammenhang erklärte der Insolvenzverwalter der MV Werften Gruppe, Dr. Christoph Morgen: „Die vom Land zugesagten Darlehensmittel wurden aufgrund der erfolgreichen und schnellen Verkäufe in den Insolvenzverfahren der MV Werften Gruppe nicht in voller Höhe benötigt. Ich gehe zurzeit davon aus, die genutzten Darlehen in Gänze zurückzuzahlen.“

Neu auf kueste.igmetall.de
IG Metall, Mainforum, Gebäude, Fahnen

Betriebsräte warnen: Hohe Energiepreise gefährden Wettbewerbsfähigkeit – Regierung gefordert

65 Prozent der norddeutschen Industriebetriebe bewerten ihre wirtschaftliche Lage als gut bzw. sehr gut - IG Metall-Bezirksleiter Friedrich warnt: „Ohne klare politische Weichenstellungen droht ein schleichender Verlust an Substanz.“

EIne Auszubildende arbeitet an einer Maschine

Mehr Geld für Beschäftigte im Metallhandwerk Rheinland-Rheinhessen

Tarifabschluss im Metallhandwerk Rheinland-Rheinhessen: Die Beschäftigen erhalten ab April 2026 2,8 Prozent mehr Geld. Die Ausbildungsvergütungen werden um einen Festbetrag erhöht.

Mitarbeiter mit Lernschwäche im Betrieb

Von einer starken SBV profitieren alle Beschäftigten

Im Oktober und November stehen die Wahlen der Schwerbehindertenvertretungen an. Die Vorbereitungen laufen bereits. In vielen Betrieben werden Kandidatinnen und Kandidaten gesucht.

Techniker wartet eine Heizungsanlage

SHK-Tarifrunde 2026 in Schleswig-Holstein: Jetzt muss mehr passieren

Die IG Metall Küste ist in Kiel in die Tarifverhandlungen für das Sanitär , Heizungs und Klimatechnik-Handwerk (SHK) gestartet. Für uns ist die Ausgangslage klar: Die Branche boomt, aber bei den Beschäftigten kommt zu wenig an.

Beschäftigte demonstrieren während der Tarifverhandlungen zur Tarifrunde Textil Ost 2024 in Meerane.

IG Metall weist Arbeitgeber-Angebot als „Frechheit“ zurück

In der zweiten Tarifverhandlung in der Textilindustrie Ost haben die Arbeitgeber ein unzureichendes Angebot vorgelegt. Die IG Metall treibt ihre Vorbereitungen für Warnstreiks voran, die ab dem 1. April möglich sind.

mehrere Windkraftanlagen bei gutem Wetter auf grüner Wiese

IG Metall Küste begrüßt Klimaschutzprogramm und fordert Investitionen in heimische Arbeitsplätze

Die IG Metall Küste hat das vom Bundeskabinett beschlossene Klimaschutzprogramm begrüßt. Die Gewerkschaft fordert die Stärkung der Offshore-Windkraft und dass die Aufträge für den Ausbau der Windindustrie an deutsche Firmen vergeben werden.

.

Betriebsratswahlen: Bislang 80 Prozent für die IG Metall

Trotz schwieriger Zeiten: Bei den laufenden Betriebsratswahlen gingen bis zum 17. März rund 2300 von 2900 Mandaten an die IG Metall. Rechte Listen spielen keine Rolle. Die Wahlen laufen noch bis zum 30. Mai.

Betriebsräte von ZF Friedrichshafen in Ahrweiler im Gespräch mit einem Kollegen

Wie Mitbestimmung im Betrieb funktioniert - und was sie bringt

Beschäftigte in deutschen Unternehmen haben Mitbestimmungsrechte. Das ist Demokratie im Betrieb und nutzt auch den Unternehmen. Wie wir die Mitbestimmung ausbauen können - und wo sie aktuell bedroht ist.

Praktikantin Sonja Schwarz arbeitet bei 'derBlaue' in Hannover

Hin- und Rückfahrt zur Baustelle zählt als Arbeitszeit

Fahrzeiten zu wechselnden Einsatzorten gelten vollständig als Arbeitszeit – inklusive der Rückfahrt. Das hat der EuGH entschieden. Maßgeblich ist, dass Beschäftigte während der Fahrt nicht frei über ihre Zeit verfügen.

Tarifvertrag bei Volvo und Renault Trucks

Tarifvertrag bei Volvo und Renault Trucks – deutlich mehr Geld

Künftig gibt es Tarif bei Volvo und Renault Trucks. Die Entgelte steigen in drei Stufen, für viele Beschäftigte gibt es mehrere Hundert Euro mehr. Zudem sinkt die Arbeitszeit von 40 auf 36 Stunden in der Woche. Das haben Beschäftigte und IG Metall in zwei Jahren Verhandlungen erreicht.

Der neue BR-Wahlvorstand bei Paragon mit Karl Musiol von der IG Metall Oberland (rote Jacke)

Paragon: Betriebsratswahl per Gerichtsvollzieher durchgesetzt

Sie fertigen unter anderem den Mechanismus für die Rolls-Royce-Kühlerfigur „Emily“ – teils nur zum Mindestlohn. Jetzt wählen sie bei Paragon in Landsberg am Lech endlich einen Betriebsrat, gegen alle Widerstände: Es hagelte Kündigungen. Doch mit Hilfe der IG Metall setzten sie ihr Recht durch.

Schiffbau

VSM und IG Metall Küste fordern entschlossenen Aktionsplan für maritime Industrie

Die maritime Industrie in Deutschland steht vor erheblichen Wachstumschancen – benötigt dafür jedoch klare politische Prioritäten und verlässliche Rahmenbedingungen. Das betonten der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) und die IG Metall Küste

Beschäftigte stehen zu einem großen Herz zusammen
Mitglied werden
Werde Teil einer starken Gemeinschaft

Von Rechtsschutz in arbeits- und sozialrechtlichen Angelegenheiten bis zu gerechten Löhnen und Gehältern – wir kümmern uns persönlich und zuverlässig um unsere Mitglieder.