Textile Branchen
Sauber bleiben mit Tarif

Die Metallerinnen und Metaller in der Textil- und Bekleidungsindustrie und in den Textilen Diensten haben in den vergangenen Tarifrunden nicht nur um mehr Geld gekämpft. Auch verbesserte Regelungen zur Altersteilzeit haben sie durchgesetzt.


Mit einer klaren Forderung ging es in die Warnstreiks. Bei Coats Opti in Papenburg legten die Kolleginnen und Kollegen im Februar 2017 für eine Stunde die Arbeit nieder, um ihrer Forderung nach mehr Geld Nachdruck zu verleihen. In der Tarifrunde der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie wollte die IG Metall eine Entgelterhöhung von 4,5 Prozent durchsetzen. Die Beschäftigten von Autoliv in Elmshorn gingen eine Woche später auf die Straße.

Der Druck war nötig – am Verhandlungstisch gab es keine Bewegung der Arbeitgeber. Erst nach der dritten Verhandlung in Saarlouis einigte sich die IG Metall auf 2,7 Prozent mehr Geld ab 1. August 2017 und ab dem 1. September 2018 um 1,7 Prozent mehr Geld (Auszubildende jeweils 30 Euro pro Ausbildungsjahr) für die rund 100 000 Beschäftigten der Branche. Auch eine Erhöhung der Zahlungen für die Altersteilzeit setzte die IG Metall durch. Die Beschäftigten erhalten damit einen Ausgleich für die besonderen Belastungen in der Branche, häufig durch Schichtarbeit.


Bessere Altersteilzeit

Auch in der Tarifrunde 2018/2019 sorgten erst Warnstreiks für den nötigen Druck bei den Arbeitgebern. In zwei Stufen erhielten die Beschäftigten mehr Geld: zum 1. August 2019 2,6 Prozent und zum 1. September 2020 weitere 2,3 Prozent sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 340 Euro für die  Monate Februar bis Juli. Auch die Altersteilzeit- zahlungen und das Urlaubsgeld wurden aufgestockt.

Auf mehr Geld konnten sich auch die rund 14 000 Beschäftigten der Textilen Dienste bundesweit freuen. Neben einer Tariferhöhung aus der Tarifrunde 2016 von 2,4 Prozent ab März 2017 und 1,8 Prozent ab März 2018 gab es insgesamt 216 Euro in Form von vier Einmalzahlungen. Ausgehend von den Tarifverhandlungen wurden Gespräche zur Modernisierung der Tarifverträge zu Themen wie Arbeitszeit und Demografie geführt.


Auswirkungen durch Corona

Nach der Einigung mit dem Arbeitgeberverband intex im Oktober 2018 erhielten die Beschäftigten im Februar 2019 drei Prozent mehr Geld. Außerdem profitierten die Textiler von einer Einmalzahlung für November bis Januar von 200 Euro für Vollzeitbeschäftigte, für Teilzeitbeschäftigte anteilig. Wie auch die Beschäftigten in der Textil- und Bekleidungsbranche erhielten die Beschäftig- ten durch eine Aufstockung der Zahlung für die Altersteilzeit einen Ausgleich für ihre belastenden Tätigkeiten.

Turbulent warf dann die Corona-Krise die beiden Branchen durcheinander: Die Textil- und Bekleidungsindustrie war als Zulieferer der Automobilindustrie von den Werksschließungen der Automobilhersteller betroffen. Durch Laden- schließungen und Konsumzurückhaltung sowie die fehlenden Reinigungsaufträge für Arbeitskleidung aus der Automobilindustrie blieben auch die Textilen Dienste nicht von der Pandemie verschont. Auch dank des Einsatzes der IG Metall hat die Politik verbesserte Regelungen zur Kurzarbeit beschlossen, die auch für diese Branchen gelten und einen Beitrag zur Beschäftigungssicherung in der Krise leisten können.

Tarifrunden: Textile Branchen
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